Reichskriegsgericht

    Aus Lexikon Drittes Reich

    1936 in Berlin errichtetes oberstes Militärgericht; bis zum Krieg Revisionsinstanz der Militärgerichtsbarkeit, in erster Instanz zuständig für Hoch-, Landes- und Kriegsverrat von Militärpersonen und für Wehrdienstverweigerung aus religiösen Gründen. Ab Kriegsbeginn war das Reichskriegsgericht im militärischen Bereich einzige Instanz für Spionage, Wirtschaftssabotage und Wehrkraftzersetzung. Durch fast schrankenlose Zulassung der Öffentlichkeit bei Verfahren wegen Wehrkraftzersetzung zeigte es sich ab 1939 deutlich von nationalsozialistischer Ideologie beeinflusst. 1943 wurde am Reichskriegsgericht ein "Sonderstandgericht für die Wehrmacht" gebildet.