Reichsmusikkammer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    durch die am 1. 11. 33 erlassene "1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes" als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründete Berufsvereinigung, nach Mitgliederzahl die größte der sieben Kammern in der Reichskulturkammer, hervorgegangen aus dem im Mai 33 gegründeten "Reichskartell der deutschen Musikerschaft"; Präsident bis 1935 R. Strauß, dann P. Raabe. Die Reichsmusikkammer war damit faktisch eine nachgeordnete Dienststelle des Propagandaministeriums. Ihre Organisation (entsprechend für Länder und Gaue eingerichtet) gliederte sich in die Leitung ("Präsidialrat und Geschäftsführung"), fünf Zentralämter für Koordinationsaufgaben und sieben Abteilungen: A Berufsstand der deutschen Komponisten, B Reichsmusikerschaft, C Amt für Konzertwesen, D Amt für Chorwesen und Volksmusik, E Deutscher Musikalien-Verleger-Verein, F Reichsverband der Musikalienhändler, G Arbeitsgemeinschaften. Die Reichsmusikkammer war damit die umfassende berufsständische Zwangsvereinigung für Musik, ohne die musikalische Berufsausübung unmöglich war. Als Instrument der kulturellen Gleichschaltung sollte sie "die Musik und das Musikleben in ihrer Totalität erfassen" (Havemann, 1934).