Reichspressekammer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    mit der am 1. 11. 33 erlassenen "1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes" als Körperschaft des öffentlichen Rechts gegründet, eine der sieben Kammern der Reichskulturkammer, hervorgegangen aus der Reichsarbeitsgemeinschaft der deutschen Presse. Sie war 1937 in 14 Fachschaften bzw. Fachverbände gegliedert, die sämtliche an Herstellung und Vertrieb von periodischen Druckschriften beteiligten Gruppen umfassten, darunter den Reichsverband der deutschen Zeitungsverlage, den Reichsverband der deutschen Zeitschriftenverleger und den Reichsverband der deutschen Presse, den Zusammenschluss aller Journalisten. Präsident war Amann, als Reichsleiter für die Presse der NSDAP für alle parteieigenen Presseunternehmungen zuständig, Vizepräsident ab 1936 O. Dietrich, Geschäftsführer 1936-39 Ildephons Richter, 1939-45 Anton Willi. Die Zugehörigkeit zur Reichspressekammer war für alle im Pressesektor Tätigen Pflicht, eine Berufsausübung ohne diese Mitgliedschaft nicht möglich. In der Reichspressekammer als eines Teils der kulturellen Arbeitsfront sollten kontroverse Gruppeninteressen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern aufgehoben erscheinen und eine weitgehende berufsständische Selbstverwaltung vorgetäuscht werden. Faktisch war auch sie wie die übrigen Einzelkammern ein wichtiges Instrument des Propagandaministeriums zur Kontrolle und kulturellen Manipulation der Öffentlichkeit.