Reichsrat

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach der Weimarer Verfassung Vertretung der Länder bei der Gesetzgebung und Verwaltung des Reichs; durfte im Reichstag Gesetzesvorlagen einbringen, konnte gegen Gesetzesvorlagen von Reichstag oder Regierung Einspruch einlegen und hatte Genehmigungsrecht bei Haushaltsänderungen. Verwaltungsverordnungen, insbesondere in Post- oder Eisenbahnangelegenheiten, bedurften der Zustimmung des Reichsrats. Er setzte sich nach einem Bevölkerungsschlüssel aus 66 Vertretern der 17 Länder zusammen: Preußen 17, Bayern elf, Sachsen sieben usw. Der Reichsrat verlor im Zuge der Gleichschaltung schon 1933 an Bedeutung, die er durch das "Gesetz über den Neuaufbau des Reiches" vom 30. 1. 34 vollends einbüßte, als alle Hoheitsrechte der Länder auf das Reich übergingen: Der Reichsrat wurde am 14. 2. 34 aufgelöst.