Reichsreform

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in Artikel 18 der Weimarer Verfassung vorgesehene territoriale Neugliederung des Deutschen Reichs sowie eine Neubestimmung des Verhältnisses von Reich und Ländern. Außer dem Zusammenschluss der thüringischen Länder 1920, dem Anschluss Coburgs an Bayern im gleichen Jahr sowie der Angliederung Pyrmonts 1922 und Waldecks 1929 an Preußen blieb es bei Absichtserklärungen. Insbesondere die Auflösung des überproportionalen Preußens kam trotz der Initiativen des "Bundes zur Erneuerung des Reiches" (gegründet von H. Luther 1928) wegen des Widerstands der dort regierenden SPD nicht zustande. Nach der Machtergreifung wurde daher die Gleichschaltung der Länder gern als Erfüllung eines Verfassungsauftrags hingestellt, obwohl der nationalsozialistische Zentralismus das gerade Gegenteil der föderalistischen Absichten der Nationalversammlung von 1919 war. Unter Reichsreform verstand Hitler die hierarchische Durchgliederung des Reichs nach dem Modell der Reichsgaue.