Reichsregierung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach Weimarer Verfassung das Kabinett aus den Reichsministern unter Vorsitz des Reichskanzlers. In der Reichsregierung galten Mehrheitsprinzip und Kollegialität, die Ressortchefs verliehen durch Gegenzeichnung den Verfügungen des Reichspräsidenten Gültigkeit. Bis 1930 waren die Reichsregierungen von Reichstagsmehrheiten getragen und entsprechend instabil; nach Verlust der Mehrheitsfähigkeiten des Parlaments bildeten so genannte Präsidialkabinette die Reichsregierung, deren Mitwirkungsrechte nach der Machtergreifung innerhalb weniger Monate zu rein beratender Funktion schrumpften. Nach Vollendung der Diktatur Hitlers (2. 8. 34) gab es kaum noch gemeinsame Sitzungen der Reichsregierung (letzte Anfang 38), zu der neben den Mininistern auch weitere Funktionsträger des nationalsozialistischen Staats gezählt wurden: Übersicht Reichsbehörden.