Reichsrundfunkkammer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eine der sieben Kammern der Reichskulturkammer; gegründet als Körperschaft des öffentlichen Rechts am 1. 11. 33 durch die "1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes" ; hervorgegangen aus der am 3. 7. 33 von Reichssendeleiter Hadamovsky gegründeten "Nationalsozialistischen Rundfunkkammer e. V.". Goebbels' Ziel einer in der Reichsrundfunkkammer herzustellenden "Rundfunkeinheit" erwies sich allerdings bald als illusorisch: Industrie und Handel der Radiobranche beanspruchte das Wirtschaftsministerium, so dass sie am 19. 3. 34 wieder aus der Reichsrundfunkkammer ausschieden; die Hörerverbände lösten sich auf. Die Kammer war 1937 in fünf Abteilungen gegliedert: Verwaltung, Propaganda, Wirtschaft und Technik, Recht und Kultur. Die am 3. 9. 35 errichtete Fachschaft Rundfunk erfasste alle Mitarbeiter vom Intendanten und Sendeleiter bis zum Tonmeister und Ansager. Eine Berufsausübung ohne Mitgliedschaft war nicht möglich. Präsident war 1933-37 Horst Dreßler-Andreß, Mai 37-39 Hans Kriegler, beide zugleich in Personalunion Leiter der Abteilung III (Rundfunk) im Propagandaministerium und des Rundfunks der NSDAP; Vizepräsident: Eugen Hadamovsky, Geschäftsführer: 1933-35 Bernhard Knust, 1935-39 Herbert Packebusch. Die Reichsrundfunkkammer war maßgeblich beteiligt an Entwicklung, Propagierung und Verkauf des Volksempfängers. Sie wurde am 28. 10. 39 von Goebbels aufgelöst, ihre Einzelmitglieder wurden der Musik-, Theater- oder Schrifttumskammer zugeteilt.