Reichssportfeld

    Aus Lexikon Drittes Reich

    für die Olympischen Spiele 1936 auf dem Gelände des früheren Deutschen Stadions und der Grunewald-Rennbahn westlich von Berlin errichtete Anlage von insgesamt 132 Hektar mit dem Olympiastadion (97 000 Plätze) als Kernstück. Auf dem Reichssportfeld untergebracht waren außerdem: das Schwimmstadion (17 000 Plätze), das Reitergelände (2 000), das Hockeystadion (16 500), das Tennisstadion (3 300), das Maifeld (70 000) als Aufmarschgelände für über 200 000 Personen, die Dietrich-Eckart-Freilichtbühne (20 000), die Gaststätte "Stadionterrassen" für 5 000 Gäste. Hinzu kam das "Haus des Deutschen Sports" mit dem Sportforum (Zentralverwaltung des Deutschen Reichsbunds für Leibesübungen) und der Reichsakademie für Leibesübungen.

    Der zutiefst antiolympische Nationalsozialismus setzte sich mit dem Reichssportfeld paradoxerweise das erste architektonische Denkmal. Nach einer Ortsbesichtigung am 5. 10. 33 verfügte Hitler: "Wir werden bauen." Den Entwurf von March ließ er von Speer umarbeiten, der den Beton-Glas-Bau mit Natursteinen verkleidete, die Tribüne des Maifelds mit dem 76 m hohen "Führerturm" krönte und den nationalsozialistischen Bauwillen durch Großplastiken (u. a. "Faustkämpfer" von Thorak) unterstrich. Die nationalsozialistische Propaganda bezeichnete das Reichssportfeld als "größte, zweckmäßigste und schönste Sportanlage der Welt".