Reichstheaterkammer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    eine der sieben Kammern der Reichskulturkammer, begründet am 1. 11. 33 mit der "1. Verordnung zur Durchführung des Reichskulturkammergesetzes". Die Reichstheaterkammer war 1937 in sieben Abteilungen bzw. Fachschaften gegliedert, die sämtliche an Theater, Varieté, Kleinkunst und Tanzwesen beteiligten Berufsgruppen umfassten. Präsident war 1933 bis zu seinem Tod im Oktober 35 Otto Laubinger, dann bis April 38 Rainer Schlösser, beide in Personalunion auch Leiter der Theaterabteilung (VI) im Propagandaministerium; es folgte Ludwig Körner, dann April 42-45 Paul Hartmann. Vizepräsidenten waren 1933-35 Werner Krauss, ab Juni 35 Rainer Schlösser und November 35-45 Eugen Klöpfer. Geschäftsführer: Gustav Aßmann, von Juni 35 an Alfred Eduard Frauenfeld und April 42-45 Hans Erich Schrade. Mit dem Reichstheatergesetz vom 15. 5. 34 war das Amt des Reichsdramaturgen geschaffen und Rainer Schlösser übertragen worden; ihm, nicht der Reichstheaterkammer selbst, war die Zensur von Bühnenaufführungen übertragen.


    Die Zugehörigkeit zur Reichstheaterkammer war für alle im Theatersektor Tätigen Pflicht, eine Berufsausübung ohne Mitgliedschaft nicht möglich. Eine weitgehende berufsständische Selbstverwaltung war aber in der Reichstheaterkammer nur vorgetäuscht. Faktisch war auch sie wie die übrigen Einzelkammern ein wichtiges Instrument des Propagandaministeriums zur kulturellen Kontrolle und Manipulation der Öffentlichkeit.