Reichsverband der deutschen Industrie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (RdI), am 4. 2. 19 gegründete Dachorganisation und Interessenvertretung der deutschen Industrie, gegliedert in 27 Fachgruppen, geführt von einem Präsidium (Vorsitzender 25. 9. 31 G. Krupp). In regelmäßigen Mitgliederversammlungen legte der von der Schwerindustrie beherrschte Reichsverband der deutschen Industrie die politische Marschroute fest, was anfangs Ablehnung der Republik, dann nach deren Konsolidierung Staatsbejahung und im Gefolge der Weltwirtschaftskrise Ruf nach dem autoritären Staat hieß. Der Kampf gegen die Gewerkschaften führte den Reichsverband der deutschen Industrie v. a. in der Zeit der Regierung Schleicher in die Nähe der NSDAP, die er allerdings erst nach der Machtergreifung massiv materiell förderte und auch politisch bedingungslos unterstützte. Der Reichsverband der deutschen Industrie verschmolz schließlich mit der Vereinigung der Arbeitgeberverbände und wurde 1934 abgelöst durch die Reichsgruppe Industrie im Rahmen der Organisation der gewerblichen Wirtschaft.