Reichswerke Hermann Göring

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Bezeichnung für die vom Deutschen Reich am 15. 7. 37 gegründete "AG für Erzbergbau und Eisenhütten Hermann Göring". Ursprünglich bestimmt zur Förderung und Verhüttung unrentabler Erzlager (Salzgitter, Baden, Oberpfalz), waren die Reichswerke Hermann Göring der wichtigste Ausdruck des staatskapitalistischen Wirtschaftskurses im Dritten Reich (Vierjahresplan). Der Anschluss Österreichs und des Sudetenlands sowie die Besetzung der Tschechoslowakei und Polens führten zu einer gigantischen Ausweitung des Konzerns (1940 rund 600 000 Beschäftigte). Das Ziel, den Engpass in der deutschen Eisenerzversorgung zu beheben, wurde durch die Schaffung der Reichswerke Hermann Göring allerdings nicht erreicht. Nach Görings Rückzug aus der Wirtschaftspolitik im Mai 42 kam es zur allmählichen Auflösung des Konzerns. Im Zuge der alliierten Demontage- und Entflechtungspolitik nach dem Krieg wurden die Reichswerke Hermann Göring liquidiert.