Reinhard Höhn

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Staats- und Verwaltungsjurist

    geboren: 29. Juli 1904 Graefenthal (Thüringen)


    Studium der Rechtswissenschaft an verschiedenen Universitäten; Funktionär des Jungdeutschen Ordens. Nach der Machtübernahme trat Höhn in die NSDAP und SS ein, wo er zu der Gruppe jüngerer bürgerlicher Wissenschaftler und Technokraten gehörte, die zügig Karriere machte: 1934 juristische Dozentur, 1935 außerplanmäßiger Professor und Ernennung zum Hauptabteilungsleiter im SD-Hauptamt, 1936 Mitglied der Akademie für Deutsches Recht, 1939 SS-Standartenführer und Direktor des Instituts für Staatsforschung in Berlin. Als Staatsrechtler plädierte Höhn für die "Unterwerfung" des Individuums unter die nationalsozialistische "Volksgemeinschaft als Artgemeinschaft", suchte das Führerprinzip rechtsphilosophisch zu begründen und setzte sich gegen Kriegsende für die Verschärfung des Strafrechts, auch bei "geringsten Straftaten", ein: "Wir müssen radikal vorgehen, und Todesurteile sind das beste Mittel, jede Art von Auflehnung zu vereiteln." Nach Kriegsende war Höhn zunächst als Heilpraktiker untergetaucht. 1956 übernahm er dann die Leitung einer der bedeutendsten europäischen Managerschulen.