Religionsunterricht

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Streitpunkt im Kirchenkampf beider großer Konfessionen im Dritten Reich. Die nationalsozialistischen Schulbehörden bemühten sich von Anfang an, den kirchlichen Einfluss auf den Religionsunterricht einzudämmen, den sie zwar z. B. im Konkordat garantiert hatten und anfangs sogar förderten, der aber möglichst den Geistlichen entzogen werden sollte. Durch gezielten Druck wollte man später obendrein den Religionsunterricht austrocknen, indem HJ-Dienst in die fragliche Zeit gelegt wurde, indem bereits mit 14 Jahren durch eigene Willensbekundung der Schüler die Teilnahme gekündigt werden konnte oder indem man wie im konkordatsfreien Österreich am Religionsunterricht nur durch Anmeldung teilnehmen durfte (Erlass vom 29. 8. 39). Im Krieg wurde mit Hinweis auf den Lehrermangel vielfach gar kein Religionsunterricht mehr erteilt, kirchliche Aushilfsangebote blieben unbeantwortet oder wurden als unberechtigte Einmischung in die Schulaufsicht gerügt. Gerade in ländlichen Gebieten hatten die Behörden jedoch bei ihren Versuchen der Behinderung des Religionsunterrichts nur Teilerfolge, weil die Bevölkerung murrte und die Pfarrer durch private Bibelkreise u. a. die Schikanen unterliefen.