Ricarda Huch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Schriftstellerin

    geboren: 18. Juli 1864 in Braunschweig gestorben: 17. November 1947 in Schönberg, Taunus


    Mit einem breit gefächerten Werk unter dem Einfluss der deutschen Romantik, das Lyrisches, Kulturgeschichtliches und Erzählprosa umfasst, gehörte Huch zu den produktivsten und angesehensten bürgerlichen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Mussolini ehrte sie wegen ihrer Darstellung der italienischen Einigungskämpfe im 19. Jahrhundert ("Die Geschichten von Garibaldi", 1906/07), die Nationalsozialisten schätzten ihre Arbeiten über heroisch-revolutionäre Gestalten wie Luther und Wallenstein als "urdeutsch"; auch der Roman "Der Fall Deruga" (1917), der das Euthanasie-Problem behandelt, fand Anklang. Huch lehnte gleichwohl Ehrungen der Nationalsozialisten weitgehend ab, trat aus Protest gegen totalitäre und antijüdische Politik 1933 aus der Preußischen Akademie der Künste aus, konnte aber im Dritten Reich weiter publizieren. Nach Kriegsende erhob sie als eine der ersten in der deutschen Öffentlichkeit die Forderung nach Ehrung der Widerstandskämpfer, insbesondere der Weißen Rose, als "Helden" ("Der lautlose Aufstand", postum 1953).