Richard Sorge

    Aus Lexikon Drittes Reich

    russischer Journalist und Spion

    geboren: 4. Oktober 1895 in Adschibend bei Baku gestorben: 7. November 1944 in Tokio


    Sohn eines Ingenieurs in russischen Diensten, ab 1898 wieder in Deutschland, Kriegsfreiwilliger, Studium der Volkswirtschaft, 1917 zur USPD, 1919 KPD-Beitritt. Sorge war 1920/21 Redakteur der "Bergischen Arbeiterstimme", spielte 1920 im Ruhrgebiet und 1923 in Hamburg bei kommunistischen Aufständen eine führende Rolle, trat 1925 in die Dienste der Komintern und wurde sowjetischer Staatsbürger. Als Korrespondent u.a. der "Frankfurter Zeitung" ging Sorge 1929 nach China und 1933 nach Japan und baute ein sowjetisches Agentennetz auf. Der Lebemann fand Zutritt zu höchsten japanischen Kreisen und gewann beste Beziehungen zur deutschen Botschaft, so dass er schon im Mai 41 fast auf den Tag genau den deutschen Angriff auf die Sowjetunion nach Moskau melden konnte. Stalin ließ die Warnung unbeachtet, profitierte dann aber von der Sorge-Meldung, dass die japanische Kwantung-Armee nicht gegen die UdSSR eingesetzt würde, so dass er sibirische Truppen gegen die Wehrmacht werfen und so den Zusammenbruch abwenden konnte. Sorge meldete noch den bevorstehenden japanischen Schlag gegen Pearl Harbor, bevor er am 16. 10. 41 verhaftet wurde. Erst knapp drei Jahre später erging das Todesurteil.