Robert Ley

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 15. Februar 1890 in Niederbreidenbach gestorben: 26. Oktober 1945 in Nürnberg


    Chemiestudium, im Ersten Weltkrieg zuletzt Flieger, nach Abschuss 1917 und französischer Kriegsgefangenschaft Anstellung bei I. G. Farben in Leverkusen (1920). Ley trat schon 1923 der NSDAP bei und wurde nach der Wiederbegründung (27. 2. 25) im Juni 25 Gauleiter Rheinland-Süd. 1928 verlor er wegen politischer Agitation und Alkoholkrankheit (späterer Spitzname "Reichstrunkenbold") seine Anstellung, gründete zusammen mit Grohé den "Westdeutschen Beobachter" als politisches und v. a. antisemitisches Organ seines Gaus und wurde 1930 Mitglied des Reichstags. Zunächst Stellvertreter von Reichsorganisationsleiter Gregor Strasser, wurde Ley nach dessen Entmachtung (Dezember 32) formal und nach dessen Ermordung während der Röhm-Affäre (30. 6. 34) auch nominell der Nachfolger. Dazwischen lag das entscheidende Datum in Leys Leben: Hitler hatte ihn nach der Machtergreifung zum Leiter des "Aktionskomitees zum Schutz der deutschen Arbeit" ernannt, mit dem Ley am 2. 5. 33 die Gewerkschaften zerschlug und an ihre Stelle die Deutsche Arbeitsfront setzte, die Arbeitnehmer und -geber in der größten Massenorganisation des Dritten Reichs (1942 rund 25 Millionen Mitglieder) zusammenfasste.

    Ley hatte damit erhebliche Machtfülle gewonnen und baute sie aus durch spektakuläre DAF-Gründungen wie die Freizeitorganisation Kraft durch Freude, die eines ihrer Fahrgastschiffe im März 38 nach Ley benannte. Auch im engeren politischen Bereich suchte er seinen Einfluss zu stärken und gründete die so genannten Ordensburgen und als deren Vorstufe die Adolf-Hitler-Schulen zur "Auslese" des Führungsnachwuchses der Partei. Mit der Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegsproduktion erreichte Ley als Mitglied des Generalrats der Wirtschaft den Höhepunkt seiner Karriere, die im Krieg von Rivalen wie Todt und Speer verdunkelt wurde. Auch Sauckel als Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz beschnitt Leys Kompetenzen, der durch besonders brutale antisemitische Hetze seine Position zu halten versuchte. Nach Kriegsende von US-Truppen im Mai 45 verhaftet, erhängte sich Ley vor Prozessbeginn in seiner Zelle.