Robert Wagner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 13. Oktober 1895 Lindach (Nordbaden) gestorben: 14. August 1945 Straßburg


    abgebrochene Lehrerausbildung, Kriegsfreiwilliger, Reichswehr-Offizier. Wagner war Leutnant an der Münchener Infanterie-Schule, als Hitler am 8./9. 11. 23 den Aufstand probte, dem sich Wagner enthusiastisch anschloss. Dafür im Hitler-Prozess zu kurzer Festungshaft verurteilt, erhielt er den Abschied als Hauptmann. Bei Wiedergründung der NSDAP im Februar 25 war Wagner von Anfang an dabei und wurde Gauleiter in Baden, ab 5. 5. 33 zugleich Reichsstatthalter. Nach dem Frankreichfeldzug übernahm er am 2. 8. 40 zudem die Leitung der deutschen Zivilverwaltung im Elsass mit dem Ziel völliger Eindeutschung zur Vorbereitung der Annexion. Eine seiner Maßnahmen dazu war die Deportation der Juden ins unbesetzte Frankreich, denen er am 22. 10. 40 auch die Juden seines Gaus Baden folgen ließ, die in Gurs interniert wurden. Wagners Härte steigerte sich bei Herannahen der alliierten Heere 1944 zu brutaler Durchhaltepolitik, die ihn nach Kriegsende zu einem gesuchten Mann machte. Nach einigen Monaten im Versteck wurde er schließlich von US-Militärpolizei gefasst, an Frankreich ausgeliefert, zum Tod verurteilt und standrechtlich erschossen.