Roter Frontkämpferbund

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (RFB), mit Beschluss der KPD-Führung vom Mai 24 ins Leben gerufene kommunistische Wehrorganisation, deren Mitgliederzahl von 15 000 (1925) auf über 100 000 (1928) anwuchs, davon etwa die Hälfte KPD-Angehörige. Als Antwort auf Stahlhelm und Reichsbanner gedacht, wurde der Rote Frontkämpferbund zu einem Instrument der Moskau-Fraktion innerhalb der KPD, deren Vorsitzender Thälmann ab Februar 25 auch den Roten Frontkämpferbund führte. Er gründete Nebenformationen wie den "Roten Jungsturm", die "Rote Marine" und den "Roten Frauen- und Mädchenbund", setzte seine Kampfgruppen mit den Schalmeienkapellen für propagandistische Paraden z. B. bei den jährlichen Reichskonferenzen ein oder bei Straßenkämpfen mit politischen Gegnern. Die blutigen Auseinandersetzungen am Maifeiertag 1929 in Berlin führten zum Verbot des Roten Frontkämpferbunds, der nach der nationalsozialistischen Machtergreifung besonders intensiv verfolgt und rasch zerschlagen wurde.