Rottleberode

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistisches KZ, 15 km östlich von Nordhausen/Harz; eingerichtet März 44 als Außenkommando von Buchenwald, ab Ende Oktober/Anfang November 44 Außenkommando von Mittelbau. Rottleberode war zusammen mit dem etwa zwei bis drei Kilometer entfernten Unterkommando Stempeda mit ca. 1 400 Häftlingen belegt (Juden, "Zigeuner", Deutsche, Polen, Russen, Tschechen, Franzosen u.a.), die in Maschinenbaufirmen und in der Flugzeugindustrie eingesetzt wurden. Neben der Arbeitsausbeutung forderten Misshandlungen in Rottleberode zahlreiche Opfer.

    Anfang April 45 wurde Rottleberode zusammen mit mehreren anderen Nebenlagern von Mittelbau zunächst in Güterwaggons, später per Fußmarsch evakuiert. Häftlinge, die das Marschtempo nicht mithalten konnten oder zu fliehen versuchten, wurden von den Wachmannschaften erschossen. Im Laufe der Evakuierung stießen Häftlinge aus anderen KZ zu der Gruppe. Am 13. 4. 45 wurden alle angeblich zum Übernachten in eine große Feldscheune des Guts Isenschnibbe – am Stadtrand von Gardelegen – gebracht und eingeschlossen. Die Bewacher setzten daraufhin das Gebäude in Brand und schossen mit Maschinengewehren auf Häftlinge, die zu entfliehen versuchten. Insgesamt kamen über 1 000 Menschen ums Leben.

    Eine Mahn- und Gedenkstätte erinnert heute an das grausige Geschehen.