Rudolf Diels

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist

    geboren: 16. Dezember 1900 Berghausen (Taunus) gestorben: 18. November 1957 Katzenelnbogen (Hessen)


    Kriegsfreiwilliger 1918, Studium in Marburg, Mitglied eines Studentenfreikorps, 1930 Regierungsrat im preußischen Innenministerium mit Sonderaufgaben zur Kommunismus-Bekämpfung unter Severing. Mit diesen Spezialkenntnissen wurde Diels für Göring 1933 nach dem Reichstagsbrand besonders wichtig, erhielt am 26. 4. 33 die Leitung des Geheimen Staatspolizeiamts in Berlin, erarbeitete erste polizeiliche Regelungen für Schutzhaft und Judenverfolgung, ging aber gleichzeitig gegen die "wilden" KZ der SA vor. Im Machtkampf mit Himmler/Heydrich opferte Göring schließlich seinen Gestapochef Diels und schob ihn 1934 als Regierungspräsident nach Köln und 1936 nach Hannover ab. 1944 nach dem 20.-Juli-Attentat war Diels zeitweilig in Haft. Göring bewahrte ihn vor weiterer Verfolgung. Von den Alliierten bis 1948 interniert, trat Diels in Nürnberg als Zeuge der Anklage auf und schrieb mit "Lucifer ante portas" (1953) zwar apologetische Memoiren, die aber dennoch aufschlussreiche Einblicke in die terroristischen Methoden der nationalsozialistischen Machtsicherung der ersten Jahre geben.