Rudolf von Laban

    Aus Lexikon Drittes Reich

    ungarischer Tänzer, Choreograf und Tanzpädagoge

    geboren: 15. Dezember 1879 in Pressburg gestorben: 1. Juli 1958 in Weybridge


    Studium in Paris, Entwicklung einer Bewegungsschrift (Kinetographie), der so genannten Labannotation, Gründung von Tanzschulen (u. a. 1910 in München). Die Ideologisierung des Tanzes durch Laban zeigte sich schon 1913 bei der Gründung einer Tanz-Farm auf dem Monte Verità bei Ascona mit antizivilisatorischer Grundhaltung. Seine "Choreosophie", eine Art Tanzreligion, stellte er in seinem Bekenntnisbuch "Die Welt des Tänzers" (1920) dar, das er in "Gedankenreigen" gliederte. Mit seinen "Bewegungschören" gab Laban der Laientanzbewegung neue Impulse und wurde zum Chefideologen des Ausdrucks- und Gemeinschaftstanzes. 1930-34 Ballettdirektor an der Berliner Staatsoper, forderte Laban das völlige Zurücktreten des Individuellen im "Wir-Tanz" und bekämpfte die "fremdrassigen Bewegungsgewohnheiten" in den Modetänzen, die ein "rhythmusmüdes Geschlecht" förderten. 1934 organisierte er die Deutschen Tanzfestspiele und war maßgeblich an Vorbereitung und Leitung der gigantischen Tanzvorführungen der Olympischen Spiele 1936 beteiligt. Noch einmal beschwor er den "Genius unserer Rasse, unseres Blutes", bevor er den schändlichen Missbrauch seiner Ideen in der nationalsozialistischen Reglementierung und Uniformierung erkannte, die die erstrebte schöpferische Freiheit erstickten. 1938 emigrierte Laban nach England und gründete 1942 in Manchester das "Art of Movement Studio".