Saint-Germain-en-Laye

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Vorort von Paris, in dem am 2. 9. 19 die endgültigen Friedensbedingungen für Österreich von den Alliierten vorgelegt und am 10. 9. 19 unter österreichischem Protest unterzeichnet wurden. Der Vertrag von Saint Germain-en-Laye verfügte die Auflösung Österreich-Ungarns und die Beschränkung des österreichischen Staats auf das deutsch besiedelte Gebiet, von dem noch Südtirol zugunsten Italiens und die deutschsprachigen Gebiete von Böhmen und Mähren zugunsten der neu geschaffenen Tschechoslowakei abgetrennt wurden. In enger Anlehnung an den Versailler Vertrag wurden Österreich Reparationen auferlegt, das Heer durfte 30 000 Mann nicht überschreiten, ein Anschluss an das Deutsche Reich sollte vom Völkerbund entschieden werden, was einem Verbot gleichkam. Der am 16. 7. 20 in Kraft getretene Vertrag von Saint Germain-en-Laye bedeutete für Österreich wirtschaftlich wie psychologisch eine Katastrophe und schuf einen internationalen Konfliktherd, der zum Scheitern des Sicherheitssystems der Pariser Vorortverträge maßgeblich beitragen sollte.