Salò

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Republik von (amtlich Repubblica Sociale Italiana), Bezeichnung nach dem Amtssitz Salò am Gardasee für die am 15. 9. 43 von Mussolini nach seiner Befreiung (12. 9. 43) übernommene faschistisch-republikanische Gegenregierung, der die Deutschen die Rückkehr nach Rom verweigerten. Versuche Mussolinis, durch eine Wiederbelebung der sozialistisch-republikanischen Ursprünge des Faschismus und Sozialisierungen die Arbeiterschaft Oberitaliens zu gewinnen, blieben ohne Echo und stießen auf das Misstrauen der um die Erhaltung der Produktionskapazitäten fürchtenden deutschen Behörden. Die Souveränität der Regierung von Salò war mehrfach eingeschränkt: durch ihre totale Abhängigkeit von deutscher Oberaufsicht u. a. auch über die Industrie (Reichsbevollmächtigter: Botschafter Rahn, höchster SS- und Polizeiführer: Wolff) innerhalb des Bereichs des deutschen Militärbefehlshabers, durch die Unterstellung Südtirols, des Trentinos und des julischen Venetiens unter deutsche Gauleiter (erster Schritt zur Annexion), durch zunehmende Partisanentätigkeit in Oberitalien, durch das Terrorregiment eines nach deutschem Vorbild wiedergegründeten radikalfaschistischen Partito Fascista Repubblicano (PFR) unter Pavolini (Todesurteile gegen die "Verräter" vom 24. 7. 43; Versuch einer Einbeziehung Restitaliens in die Endlösung), durch den völligen Fehlschlag beim Aufbau einer republikanischen Armee (Massendesertationen) und schließlich durch die Zurückdrängung der deutschen Front. Der Aufstand der Resistenza (24. 4. 45), die Erschießung Mussolinis durch Partisanen (28. 4. 45) und der deutsche Sonderwaffenstillstand in Oberitalien (28. 4. 45) besiegelten das Schicksal der Republik von Salò.