Schörzingen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Außenkommando des KZ Natzweiler in Württemberg (Schwäbische Alb), errichtet im Februar 44 aufgrund der Planung des "Arbeitsstabes Geilenberg-Wüste" (Projekt "Wüste") an der Straße von Schörzingen nach Wilfingen; anfangs mit 70 Häftlingen belegt, im Juni 44 mit 180 und nach der letzten Lagerbestandsmeldung im August 44 mit 200 Insassen fast aller europäischen Nationalitäten. Die Gefangenen arbeiteten im Ölschieferabbau für die Deutsche Ölschiefer-Forschungsgesellchaft mbH, die Kohle-Öl-Union und die Organisation Todt (O. T.). Schlechte hygienische Verhältnisse und unzulängliche Versorgung führten zu hoher Sterblichkeitsquote (Hunger, Erschöpfung); hinzu kamen Misshandlungen und Tötungen. Mitte April 45 wurde Schörzingen in Fußmärschen in Richtung Bodensee evakuiert, die Häftlinge wurden am 23. 4. 45 in der Nähe des Dorfes Ostrach von alliierten Truppen befreit. Weitere Lager der "Gruppe Wüste" waren: Bisinen (Hohenzollern), Dautmergen (Schwäbische Alb), Dormettingen (Schwäbische Alb), Erzingen, Frommern, Schömberg (Kreis Balingen).