Schriftleitergesetz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 4. 10. 33 erlassenes Gesetz zur Gleichschaltung der deutschen Presse, das die "Mitwirkung an der Gestaltung des geistigen Inhalts der im Reichsgebiet herausgegebenen Zeitungen und politischen Zeitschriften durch Wort, Nachricht und Bild" als durch "Gesetz geregelte öffentliche Aufgabe" bestimmte. Schriftleiter konnte nur sein, wer "arischer" Abstammung "und nicht mit einer Person nichtarischer Abstammung verheiratet" war, die deutsche "Reichsangehörigkeit" und die "Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter" besaß, dazu alle "Eigenschaften,... die die Aufgabe der geistigen Einwirkung auf die Öffentlichkeit erfordert". Nach dem Schriftleitergesetz und seinen Durchführungsverordnungen sollte der Journalist im Dritten Reich "in erster Linie Diener der Volksgemeinschaft und erst in zweiter Angesteller eines privaten Verlags" sein. Die Schriftleiter wurden durch das Schriftleitergesetz zum "Reichsverband der Deutschen Presse" (über 20 000 Mitglieder) zusammengeschlossen, der als öffentlich-rechtliche Körperschaft der Reichspressekammer angehörte.