Schrifttumspflege

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Dritten Reich offizielle Bezeichnung für die Überwachung der gesamten und die Förderung der erwünschten Literatur. Bereits seit 1932 bestand im Rahmen des Kampfbunds für deutsche Kultur eine Stelle zur Schrifttumspflege, aus der sich das 1934 beim Amt Rosenberg eingerichtete Amt Schrifttum entwickelte, unter der Leitung von Hans Hagemeyer (in Personalunion auch Leiter der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums), Stellvertreter der Literaturwissenschaftler Hellmuth Langenbucher. Im Amt Schrifttumspflege sichtete und bewertete ein Zentrallektorat, dem 1940 rund 1 400 Lektoren angehörten, den gesamten deutschen Buch- und Zeitschriftenmarkt "nach politisch-weltanschaulichen, volkserzieherischen, fachwissenschaftlichen und künstlerischen Gesichtspunkten", gab eigene Zeitschriften mit Rezensionen heraus ("Bücherkunde") und veranstaltete Buchausstellungen zur Förderung des "wertvollen deutschen Schrifttums" zu bestimmten Themen (z. B. "Europas Schicksalskampf im Osten", 1942).