Schwarze Reichswehr

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Bezeichnung für Heeresverstärkungen 1919-24 unter Umgehung der Bestimmungen des Versailler Vertrags. Schon am 11. 9. 19 wurde ein System so genannter Zeitfreiwilliger eingerichtet, das in Krisenzeiten die Einberufung von Verstärkungen ermöglichen sollte. Es wurde 1920 auf Druck der Alliierten zunächst aufgegeben und 1921 durch die so genannten Arbeitskommandos aus ehemaligen Freikorpskämpfern ersetzt. Sie waren zwar nicht offiziell anerkannt und hatten auch keinen militärischen Status, wurden aber mit Waffen, Munition und Ausbildern von der Reichswehr unterstützt, die sie auch weitgehend finanzierte. Diese Schwarze Reichswehr wurde im oberschlesischen Grenzschutz, zur Bekämpfung von Aufständen und zur Bewachung illegaler Waffenarsenale eingesetzt. Ihre meist republikfeindlichen Angehörigen (1923 rund 20 000) entwickelten sich jedoch zu einer Gefährdung des Staats, dem sie dienen sollten, bedrohten mit Fememorden den inneren Frieden und holten unter ihrem Organisator Major Buchrucker am 1. 10. 23 von ihrem Hauptstationierungsort Küstrin aus zum Staatsstreich aus, der von der Reichswehr verhindert wurde und zur Auflösung dieser Form einer Schwarzen Reichswehr führte. Wegen des Ruhrkampfs griff man noch einmal auf das System von Zeitfreiwilligen zurück, das im August 24 erneut aufgelöst, aber nie völlig aufgegeben wurde.