Selbstmord

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Freitod), absichtliche Vernichtung des eigenen Lebens. Obgleich dem Wesen nach als "undeutsch" bezeichnet, wurde der Selbstmord vom Nationalsozialismus nicht prinzipiell verworfen wie im Christentum, sondern je nach Motiv unterschiedlich gewertet. So galt der Selbstmord "aus Verantwortung" als sittlich einwandfrei, etwa bei unheilbarer Krankheit (quasi als "Selbst-Euthanasie" gutgeheißen); Opfergänge im Krieg ("Selbstmordkommandos") und "Selbsthinrichtungen" aus Ehrgefühl (etwa bei drohender Gefangennahme) wurden als "Heldenfreitode" gepriesen. Der Selbstmord "aus Verzweiflung", begangen aus Liebeskummer von "Werthernaturen" oder aus sozialer Not, sei im nationalsozialistischen Deutschland als "ursächlich überwunden" anzusehen: durch "Gewährung gesunder, von der Volksgemeinschaft getragener Lebensweise und Erziehung zu Charakterfestigkeit und Selbstdisziplin".