Selbstschutz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    milizähnliche Formation Volksdeutscher in Polen. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Polen im September 39 schlossen sich dort Gruppen von Volksdeutschen zusammen, um in ihren Gemeinden für Ruhe und Ordnung zu sorgen und Übergriffe der polnischen Bevölkerung auf die deutsche Minderheit zu verhindern. Himmler griff die Idee auf und beauftragte Mitte September 39 den damaligen SS-Brigadeführer Berger unter Verwendung von SS-Stäben mit der Aufstellung eines Selbstschutzes in den besetzten Ostgebieten. Dieser Selbstschutz beschränkte sich allerdings nicht auf seine eigentliche Aufgabe: In vielen Fällen führte er "Vergeltungsaktionen" gegen deutschfeindliche Polen durch, liquidierte viele Juden und beteiligte sich an der so genannten Intelligenzaktion. Der Selbstschutz, dem etwa 45 000 Mann angehörten, wurde schließlich zu einer Belastung des Militärs. Selbst SS-Größen bezeichneten ihn als "Mordbande" (H. Frank). Mit Erlass vom 8. 11. 39 befahl Himmler daher seine Auflösung mit Wirkung vom 30. 11. 39. Die Angehörigen des Selbstschutzes sollten in die SA, das NSKK und das NSFK überführt werden. Tatsächlich bestanden in verschiedenen Gebieten Polens jedoch noch bis zum Frühjahr 40 Selbstschutzverbände.