Selektion

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (lateinisch Auslese), im nationalsozialistischen Sprachgebrauch außer im biologischen Sinne in den Vernichtungslagern üblicher Begriff zur Bezeichnung der Trennung von arbeitsfähigen und solchen Häftlingen, die getötet werden sollten. Die Selektion wurde wie in Auschwitz an der so genannten Rampe oft schon bei der Ankunft von Deportationszügen von SS-Männern vorgenommen, wobei ohne Untersuchung durch bloßen Augenschein entschieden wurde. Nicht selten wurden auch ganze Transporte ohne Selektion in die Gaskammern geschickt. In den Baracken der zunächst als arbeitsfähig befundenen Häftlinge nahmen Ärzte und SS-Sanitätspersonal regelmäßig weitere Selektion vor, um erschöpfte und kranke Personen als "unnütze Esser" zur Tötung auszusondern. Der Begriff Selektion war auch schon vorher beim Euthanasie-Programm in diesem Sinne benutzt worden.