Simon Wiesenthal

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Archivar und Publizist

    geboren: 31. Dezember 1908 in Buczacz (Ungarn) gestorben: 20. September 2005 in Wien


    Architekt, 1941 von deutschen Sicherheitskräften verhaftet, danach in verschiedenen Gefängnissen und KZ. Kurz vor Kriegsende befreiten US-Truppen das KZ Mauthausen, in dem Wiesenthal gefangen gehalten wurde. Er gründete in Linz 1947 ein Dokumentationszentrum über die nationalsozialistische Judenverfolgung, wanderte aber, enttäuscht über die geringe offizielle Unterstützung, 1954 nach Israel aus und trug wesentlich zur Aufspürung von Eichmann bei. 1962 kehrte Wiesenthal nach Österreich zurück und errichtete in Wien das "Dokumentationszentrum des Bundes jüdischer Verfolgter des Naziregimes", das v. a. durch Spenden finanziert wird und für über tausend Verfahren gegen nationalsozialistische Gewaltverbrecher Material lieferte. Mit der Beihilfe zur Ergreifung u. a. von Stangl, dem KZ-Kommandanten von Treblinka, oder gesuchten SS-Führern gelangen Wiesenthal weitere Erfolge.