Sinnbilder

    Aus Lexikon Drittes Reich

    von den Nationalsozialisten wieder aufgegriffene Zeichen und Symbole aus früh-indogermanischer Zeit, die sich z. T. in den Stich- und Webmustern von Trachten, in Dorf- und Familienwappen, als Ornamentik an Gebäuden, Hausrat und Schmuck erhalten hatten. Die hauptsächlich zwischen früher Jungstein- und Völkerwanderungszeit entstandenen Sinnbilder lassen sich unterteilen in stilisierte, nichtgegenständliche Sinnbilder (Hakenkreuz als Sonnensymbol, Raute als Zeichen des Mutterschoßes und der Fruchtbarkeit, Pentagramm zur Abwehr bösen Einflusses, bis hin zu Runen wie dem Zeichen der SS als Schutzsymbol); daneben die naturalistischen Sinnbilder: Eichenlaub oder -kranz, vierblättriges Kleeblatt, Brunnen, Blume, Baum. Nationalsozialistische Organisationen nahmen Sinnbilder in ihre Wappen auf; Sinnbilder schmückten als Fries und Ornament öffentliche Gebäude sowie Empfangshallen und Versammlungshäuser; Sinnbilder waren v. a. in den späten 30er Jahren in der Gebrauchskunst und im Kunstgewerbe gebräuchlich: in Tuchen und Teppichen, Vasen und Zigarettendosen, als Buch- und Zeitschriftenvignetten. Die Berliner Forschungs- und Lehrgemeinschaft Ahnenerbe richtete 1938 in Horn (Lippe) eine eigene Abteilung zur systematischen Sinnbildererfassung und -erforschung ein.