Sippe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    althochdeutsches Wort für Blutsverwandtschaft, bei den Germanen Bezeichnung für die "Friedens-, Rechts-, Siedlungs- und Wehrgemeinschaft" einer von gemeinsamen (z. T. mythischen) Vorfahren abstammenden Bevölkerungsgruppe, anfänglich ein sozial starres Gebilde, das jedoch schon in germanischer Zeit in losere Formen der Sippenzugehörigkeit überging. An die Stelle der Sippen trat im Mittelalter die Familie (lateinisch Hausgenossenschaft), die Bezeichnung Sippe wurde bis zum Ende des 19. Jahrhunderts fast nur noch im Sinne von Sippschaft, Gelichter gebraucht. Im Zuge völkisch-nationalen Germanenkults erfolgte eine Idealisierung der "Heiligkeit der Blutsbindung" in der Sippe als ursprüngliche nordische Lebensgemeinschaft. Die Nationalsozialisten suchten Sippe in den täglichen und offiziellen Sprachgebrauch anstelle von Familie einzuführen.