Sir Charles Spencer "Charlie" Chaplin

    Aus Lexikon Drittes Reich

    britischer Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur

    geboren: 16. April 1889 in London gestorben: 25. Dezember 1977 in Vevey (Schweiz)


    seit 1914 Weltruhm als Filmkomiker. Chaplin stieß wegen der politischen Dimension seiner Komik, seines Eintretens für den "kleinen Mann", für Unterdrückte bei den Nationalsozialisten früh auf Ablehnung; Hitler nannte ihn verächtlich einen "Zappeljuden". Seine Filme erhielten 1933 Aufführungsverbot. Unübersehbar war dabei eine physiognomische Ähnlichkeit zwischen Hitler und Chaplin, die Chaplin 1939 zu Arbeiten an einem politischen Film anregte, den er als Protest gegen die Unterdrückung des Individuums im Hitler-Deutschland verstand: "Der große Diktator" (Uraufführung in New York 15. 10. 40), eine sarkastische Verwechslungskomödie, in der Chaplin die Doppelrolle eines jüdischen Friseurs und des Diktators Hynkel spielte. Durch offene Einschüchterung und anonyme Morddrohungen suchten die Nationalsozialisten vergeblich die Produktion zu verhindern. Nach Fertigstellung wurde der Film in Deutschland offiziell ignoriert, seine Aufführung verboten, das Reichsfilmarchiv hatte jedoch eine Kopie, die führenden Politikern "unter besonderen Umständen" gezeigt werden durfte (z. B. Ribbentrop).