Slowakei

    Aus Lexikon Drittes Reich

    bis 1939 Teil der Tschechoslowakei, danach bis 1945 südlicher Nachbarstaat des Deutschen Reiches mit 38 000 km2 und rund 2,6 Millionen Einwohnern (1940). Die Slowakei erhielt nach dem Münchener Abkommen die Autonomie (6. 10. 38) und erklärte in Absprache mit Berlin am 14. 3. 39 ihre Unabhängigkeit unter (Minister-)Präsident Tiso. Durch "Schutzvertrag" vom 18. 3. 39 wurde sie ein in einer westlichen "Schutzzone" von deutschen Truppen besetzter, formal souveräner "Schutzstaat" mit enger außen-, militär- und wirtschaftspolitischer Anlehnung an Deutschland, das mit ihr ein "Modell" für die geplante nationalsozialistische Neuordnung Europas vorzeigen wollte. Die Verfassung vom 31. 7. 39 war eine Verbindung autoritär-katholischer und ständestaatlicher Prinzipien mit denen einer Präsidialdemokratie.

    Anerkannt von Italien, der Schweiz, Schweden, Spanien, Polen, der Sowjetunion (bis 1941) und de facto sogar von den Westmächten, führte die Slowakei zunächst noch ein schmales politisches Eigenleben, geriet aber zwangsläufig in immer stärkere Abhängigkeit vom Deutschen Reich: 24. 11. 40 Beitritt zum Dreimächtepakt, 25. 11. 41 zum Antikominternpakt nach Kriegserklärung an die UdSSR (24. 6. 41) und Stellung von Truppen für den Russlandfeldzug. Schließlich verlor die Slowakei auch innenpolitisch jeden Spielraum: Anfangs noch Refugium für politisch und – trotz Judenstatut vom 10. 11. 41 – rassisch Verfolgte, wurde sie 1942 in die Endlösung einbezogen. Ein Aufstand gegen die Deutschen bei Herannahen der Roten Armee im September/Oktober 44 wurde von Wehrmacht und SS erstickt. Im Mai 45 proklamierte ein slowakischer Nationalrat wieder die Zusammengehörigkeit mit dem tschechischen Volk und Staat.