Solf-Kreis

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Widerstandsgruppe, die sich um den Diplomaten W. H. Solf (1862-1936) und seine Ehefrau Johanna (1887-1954) bildete. Nach dem Tod ihres Ehemanns führte Frau Solf den in Berlin als "Frau Solfs Teegesellschaft" benannten und von der Gestapo verächtlich als "Salon Fronde" apostrophierten Solf-Kreis in lockerer Form weiter. In ihm verkehrten u. a. die Gräfin H. v. Bredow, eine Enkelin Bismarcks, der Diplomat Kiep, enger Freund des Grafen Moltke, der Jesuitenpater Erxleben und E. v. Thadden, Leiterin einer bekannten Mädchenschule bei Heidelberg. Frau Solf und ihre Tochter, eine Gräfin Ballestrem, nutzten ihre weitgespannten Beziehungen ins Ausland, wo Solf noch überall ein ehrendes Andenken bewahrt wurde, und v. a. in die Schweiz aus, um Opfer der Verfolgung zu unterstützen und ihnen zur Flucht zu verhelfen. Die Einschleusung eines Lockspitzels durch die Gestapo Ende 43 führte im Januar 44 zur Verhaftung der meisten Mitglieder des Solf-Kreises, u. a. auch des Grafen Moltke, und zu ihrer Hinrichtung. Durch eine Intervention des japanischen Botschafters und das Kriegsende entgingen Mutter und Tochter Solf dem Tod.