Sophie Scholl

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutsche Widerstandskämpferin

    geboren: 9. Mai 1921 in Forchtenberg, Württemberg gestorben: 22. Februar 1943 in München


    Wie ihr Bruder Hans löste sich Scholl erst unter dem Eindruck des Kriegs von der Faszination des Nationalsozialismus. Während des Arbeitsdiensts und im Kriegshilfseinsatz erkannte sie, dass der aggressive Kurs Hitlers ins Verderben führen müsse. Sie ging 1942 als Studentin der Biologie und der Philosophie an die Universität München und knüpfte den Kontakt ihrer Widerstandsgruppe Weiße Rose zu ihrem Mentor Professor Kurt Huber. In jugendlichem Rigorismus fast mutiger noch als ihre männlichen Mitkämpfer, übernahm sie den Transport heimlich gedruckter Flugblätter, die zum Sturz des nationalsozialistischen Regimes aufriefen, und arbeitete mit bei der Verteilung. Scholl hoffte wie ihr ganzer Kreis, dass aus einer einmal aufgerüttelten Akademikerschaft der Funke zum Aufstand gegen die verbrecherische politische Führung überspringen würde. Sie erkannte so wenig wie die anderen die feste Verankerung des Systems im deutschen Gesellschaftsgefüge. Doch selbst diese Erkenntnis hätte sie kaum von ihrem Kampf abbringen können, der am 18. 2. 43 endete, als Scholl mit ihrem Bruder bei einer Flugblattaktion in der Universität München gefasst wurde. Das vier Tage danach vom Volksgerichthof ausgesprochene Todesurteil wurde schon wenige Stunden später vollstreckt.