Stahlhelm

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Bund der Frontsoldaten), von Seldte am 25. 12. 18 gegründeter Soldatenbund, der als Wehrverband gegen sozialistische und kommunistische Aufstände konzipiert war und den "Geist der Frontkameradschaft" auf die Politik übertragen wollte. Aus dieser programmatischen Ausrichtung wurde bald eine antirepublikanische Grundhaltung, die sich im Kampf des Stahlhelms gegen "das System" und die es tragenden Kräfte zeigte. Er machte sich auch andere Positionen der nationalistisch-autoritären Parteien zu Eigen, wandte sich gegen den "überstaatlichen" Katholizismus wie gegen die Juden, die von der Mitgliedschaft im Stahlhelm durch eine Vorform des Arierparagraphen ausgeschlossen waren. Der Stahlhelm mit seinen etwa 400 000 Mitgliedern (1925) hatte 1924 schon den Dawesplan bekämpft, 1929 verband er sich mit den Rechtsparteien gegen den Youngplan und ging schließlich mit ihnen in der Harzburger Front einen Pakt ein. Er wurde damit zu einem der Steigbügelhalter des Nationalsozialismus, dessen Umarmung er nach der Machtergreifung rasch erlag: Zwar wurde Seldte in Hitlers Regierung Arbeitsminister, doch wurden die jüngeren Jahrgänge des Stahlhelms schon ab April 33 in die SA eingegliedert. Die restlichen Gruppen wurden nach Umbenennung in "Nationalsozialistischer Deutscher Frontkämpferbund" (März 34) im November 35 aufgelöst. Eine Neugründung des Stahlhelms 1951 in der Bundesrepublik war wenig erfolgreich.