Stefan Zweig

    Aus Lexikon Drittes Reich

    österreichischer Schriftsteller

    geboren: 28. November 1881 in Wien gestorben: 23. Februar 1942 in Petrópolis bei Rio de Janeiro


    Im Ersten Weltkrieg musste der u. a. mit Romain Rolland befreundete Zweig wegen seines Eintretens für einen "gerechten Völkerfrieden" in die Schweiz emigrieren. Nach einem eher impressionistisch geprägten Frühwerk gewann Zweig erstmals durch sein Antikriegsdrama "Jeremias" (1917/19) internationale Anerkennung. Mit psychologisch-biographisch angelegter, humanistisch ambitionierter Prosa, insbesondere der "historischen Miniaturen" des Bands "Sternstunden der Menschheit" (1927) gehörte er im Ausland in den 20er Jahren zu den meistgelesenen deutschsprachigen Autoren. Als Übersetzer und Herausgeber der wichtigsten französischen und russischen Dichter suchte er v. a. der Völkerverständigung zu dienen. Nach der österreichischen Februarrevolte 1934 nahm der von den Nationalsozialisten verfolgte Zweig seinen zweiten Wohnsitz in England und ging 1938 endgültig ins Exil, wo er sich aus "Verzweiflung über den Zusammenbruch seiner humanitären Ideale" das Leben nahm. Eines seiner letzten Werke war die "Schachnovelle" (1941), in dem die persönlichkeitszerstörenden Gestapo-Methoden geschildert werden.