Stellbrink, Karl Friedrich

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher evangelischer Theologe

    geboren: 28. Oktober 1894 Münster gestorben: 10. November 1943 Hamburg


    Kriegsfreiwilliger, nach Vikariat 1921 Ordination für den überseeischen Auslandsdienst der evangelischen Kirche, Pfarrer bei deutschen Siedlern in Brasilien bis 1929, Rückkehr nach Deutschland. Am 1. 6. 34 wurde Stellbrink als Pfarrer an die Lutherkirche in Lübeck berufen und galt als unerschrockener, kritischer Prediger. Längst im Visier der Gestapo, deutete Stellbrink am 29. 3. 42 den vorangegangenen schweren Bombenangriff auf Lübeck als Mahnung Gottes zur moralischen Umkehr. Dass dies nur auf die nationalsozialistische Politik gemünzt sein konnte, war für die Fahnder klar, da Stellbrink die gegen die Euthanasie gerichteten Predigten des Bischofs Galen in der Gemeinde verteilt hatte. Er wurde zusammen mit drei katholischen Kollegen, denen gleiches angelastet wurde, am 7. 4. 42 festgenommen, am 24. 6. 43 vom eigens angereisten Volksgerichtshof in Lübeck zum Tod verurteilt und in Hamburg hingerichtet.