Stellvertreter des Führers

    Aus Lexikon Drittes Reich

    am 21. 4. 33 durch Hitler-Ernennung geschaffene Dienststellung von Heß, der bis dahin Leiter der politischen Zentralkommission der NSDAP war. Der Stellvertreter des Führers sollte in Hitlers Namen "in allen Fragen der Parteiführung" (nicht der Staatsführung) entscheiden können. Um den Einfluss der Partei auf die Politik zur Geltung zu bringen, hatte er seit 29. 6. 33 das Recht, an allen Kabinettssitzungen teilzunehmen, wurde mit dem "Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat" vom 1. 12. 33 (RGBl I, S. 1 016) Reichsminister ohne Geschäftsbereich, wirkte nach Führer-Erlass vom 27. 7. 34 an allen gesetzgeberischen Arbeiten mit und hatte ab Erlass vom 24. 9. 35 Mitbestimmungsrecht bei Beamtenernennungen und -entlassungen. Der Stellvertreter des Führers residierte im Braunen Haus in München und hatte u. a. die Aufgabe, die "Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP politisch einheitlich auszurichten und ihnen politische Richtlinien zu erteilen". Dazu diente ihm ein umfangreicher Stab, den der ab Juli 33 amtierende Stabsleiter Bormann virtuos handhabte. Er war der eigentliche Nutzer der Machtfülle des Stellvertreter des Führers und erbte sie schließlich, nachdem Heß nach England geflohen war. Die Position wurde aber am 12. 5. 41 in Parteikanzlei umbenannt und Bormann bei noch erweiterten Kompetenzen im April 43 "Sekretär des Führers".