Stuckart, Wilhelm

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Jurist

    geboren: 16. November 1902 Wiesbaden gestorben: 15. November 1953 bei Hannover (Autounfall)


    Studium in Frankfurt am Main und München, 1922 NSDAP-Beitritt, 1926 Rechtsberater der Partei, 1930 Richter, 1931 Anwalt und Rechtsreferent der SA Pommern. Im Juni 33 wurde Stuckart Staatssekretär im preußischen Kultusministerium, im September 33 Mitglied des Preußischen Staatsrats, 1934 Staatssekretär im Reichserziehungsministerium. Im März 35 wurde er als Staatssekretär im Reichsinnenministerium Leiter der Abteilung Verfassung und Gesetzgebung und war maßgeblich am Entwurf der Nürnberger Gesetze beteiligt. 1936 trat er in die SS ein. Im Januar 42 nahm Stuckart an der Wannseekonferenz teil, wo er den Plänen für die Endlösung der Judenfrage zustimmte und die Zwangssterilisation aller Nichtarier sowie die Auflösung sämtlicher Mischehen vorschlug. Stuckart war zusammen mit Globke Verfasser der "Kommentare zur deutschen Rassengesetzgebung" (1936) und Autor mehrerer Werke über nationalsozialistische Rechtstheorie. 1945 wurde er verhaftet und 1949 wegen Beweisschwierigkeiten zu nur vier Jahren Gefängnis verurteilt, die er bereits verbüßt hatte.