Sudetendeutsche Partei

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (SdP), als Sudetendeutsche Heimatfront am 1. 10. 33 von K. Henlein in Eger gegründete Sammlungsbewegung in der Tschechoslowakei (19. 4. 35 Umbenennung in SdP); verstand sich als "deutsche Kultur- und Schicksalsgemeinschaft" und geriet bei ihrem Kampf um Wiedergutmachung des den Sudetendeutschen "seit 1918/19 angetanen Unrechts" und um Autonomie zunehmend in nationalsozialistisches Fahrwasser. 1935 eroberte die inzwischen von Berlin finanzierte SdP zwei Drittel aller deutschen Stimmen (= 44 von 300 Parlamentssitzen), ihre Mitgliederzahl stieg von 70 000 im Oktober 34 auf 1,3 Millionen im Juli 38. Sie wurde so zum geeigneten Instrument Hitlers zur Anheizung der Sudetenkrise. Danach ging die SdP am 11. 12. 38 in der NSDAP auf; eine Unterorganisation, die Karpatendeutsche Partei, wirkte weiter in der Slowakei.