Systemzeit

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im offiziellen nationalsozialistischen Sprachgebrauch 1933 üblich werdende Bezeichnung für die zurückliegenden, "überwundenen" Jahre der Weimarer Republik. Der Begriff System für etwas planmäßig Geordnetes erhielt hier die Negativbedeutung von künstlich Konstruiertem, Aufgepfropftem. Schon in den 20er Jahren wurde er von konservativen und völkischen Gruppierungen auf den republikanischen Staat gemünzt, der als "November-" oder "Schandsystem" diffamiert wurde. Die Nationalsozialisten setzten diesem "intellektualistischen Schutthaufen" (Rosenberg) die "organische" völkische Gemeinschaft entgegen, die sich auf "Fühlen und Glauben" aufbaue und nicht auf "abstraktes Wissen", denn: "Wer denkt, zweifelt schon" (nationalsozialistische Losung). Der Begriff System wurde daher auch in zahlreichen Zusammensetzungen auf die Republik und ihre Institutionen angewandt: Systemdeutschland, -parteien, -politiker, -presse, -regierungen u. a.