Tatkreis

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Bezeichnung für die Redaktionsgemeinschaft und den weiteren Autorenkreis der (1909 gegründeten) völkischen Zeitschrift "Die Tat", die, besonders an die bürgerliche nationalistische Intelligenz gerichtet, für die "Gestaltung neuer Wirklichkeit" sowie den "Kampf gegen Versailles und Weimar" eintrat. Unter Chefredakteur Zehrer (1929-33) und Mitarbeitern wie Wirsing plädierte der Tatkreis für ein antidemokratisches Elitebewusstsein, für wirtschaftliche Autarkie, für einen ständisch gegliederten Nationalstaat mit antikapitalistischen Zügen. Obwohl sich der Tatkreis bewusst vom Nationalsozialismus distanzierte (bis 1933; unter Herausgeber Wirsing passte sich "Die Tat" bis zu ihrer Einstellung 1937 den ideologischen Erfordernissen an), so gehörte er doch als "Zentrum der konservativen Revolution" zu den wichtigsten geistigen Wegbereitern der nationalsozialistischen Herrschaft. Zusätzlich zur bis 1933 einflussreichen Publikumszeitschrift erschien vom Tatkreis herausgegeben 1929-32 eine "Korrespondenz" für "führende Persönlichkeiten" des Deutschen Reichs sowie eine Anzahl von Sammelbänden (u. a. F. Fried: "Das Ende des Kapitalismus", 1931).