Teheran

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Hauptstadt des Iran; in Teheran tagten vom 28. 11.-1. 12. 43 die Regierungschefs von Großbritannien (Churchill), der UdSSR (Stalin) und der USA (Roosevelt), vorbereitet durch die Moskauer Außenministerkonferenz der drei Staaten (Oktober 43). Entscheidungen: Roosevelt und Churchill sagten zu, in Europa im Mai 44 eine zweite, die sowjetische Kriegführung entlastende Front zu errichten (was Stalin seit Juli 41 gefordert hatte) durch Landungen der Westalliierten in Frankreich (Invasion). Stalin versprach eine gleichzeitige sowjetische Offensive an der deutschen Ostfront und die Unterstützung der USA in deren Krieg gegen Japan nach dem Ende des Kriegs in Europa. Man einigte sich grundsätzlich auf eine Westverschiebung Polens; die Curzon-Linie sollte ungefähr die Ostgrenze, die Oder-Neiße-Linie (die Stalin vorschlug) die Westgrenze Polens bilden, wobei Stalin zusätzlich Königsberg und Memel sowie den umliegenden Teil Ostpreußens für die UdSSR beanspruchte. Grundsätzliche Einigkeit bestand auch über eine Teilung Deutschlands, nicht jedoch über deren Form: Churchills Idee einer Aufteilung ungefähr entlang der Main-Linie in einen nördlichen Teil ("Preußen") und einen südlichen als Teil einer Donau-Konföderation lehnten Stalin und Roosevelt ab; dieser befürwortete statt dessen die Bildung von fünf deutschen Einzelstaaten und eine Internationalisierung des Ruhr- und Saargebiets sowie des Nord-Ostsee-Kanals einschließlich Hamburgs. Die Konferenzteilnehmer setzten eine Europäische Beratende Kommission ein, die das Deutschland-Problem weiter behandeln sollte. Außer der polnischen und deutschen Frage befasste man sich in Teheran auch mit Roosevelts Idee der Errichtung einer Weltfriedensorganisation unter Einschluss der UdSSR (Vereinte Nationen).