Theo Morell

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Mediziner

    geboren: 18. Juli 1886 Traisa (Hessen) gestorben: Mai 1948 Tegernsee


    1913 Schiffsarzt, 1915 an der Westfront in Lazaretten tätig, 1918 Gründung einer Praxis in Berlin "für Elektrotherapie und Urologie". Der geschäftstüchtige Morell stieg zu einer Art Mode- und Prominentenarzt auf und behandelte u. a. Hitlers Leibfotografen Hoffmann, der ihm 1936 eine Einladung auf den Berghof verschaffte. Hitler fasste Zutrauen zu Morell, der seinen neuen Patienten zeitweilig von den chronischen Magenbeschwerden durch Dauermedikation befreien konnte. Kritiker wie etwa K. Brandt sahen in der massiven Chemotherapie allerdings eher eine schleichende Vergiftung und gaben dem zum Leibarzt Hitlers avancierten Morell den Spitznamen "Reichsspritzenmeister". Hitler aber, gegen Kriegsende abhängig von Morells Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, vertraute der Behandlung bis zuletzt. Morell verließ erst am 21. 4. 45 den Bunker unter der Reichskanzlei und geriet in amerikanische Gefangenschaft. Durch mehrere Lager geschleust und immer wieder verhört, starb Morell in einem US-Lazarett.