Theodor Duesterberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Offizier und Stahlhelmführer

    geboren: 19. Oktober 1875 in Darmstadt gestorben: 4. November 1950 in Hameln


    1900/01 im Ostasiatischen Expeditionskorps; als Major Frontdienst im Ersten Weltkrieg, dann im Kriegsministerium, Abschied als Oberstleutnant. Tief vom Schock der Niederlage getroffen, wurde Duesterberg zum entschiedenen Gegner der Republik, die er seit 1924 als 2. Vorsitzender des Stahlhelm-Bunds bekämpfte. Das führte beim Protest gegen den Youngplan 1929 und in der Harzburger Front (11. 10. 31) zum taktischen Bündnis mit der NSDAP, deren revolutionärer Elan Duesterberg aber abstieß. Die Entfremdung wuchs durch nationalsozialistische Attacken wegen Duesterbergs "nichtarischer" Abstammung anlässlich der Präsidentenwahl 1932, zu der Duesterberg als Kandidat der DNVP und des Stahlhelm (Kampffront Schwarz-Weiß-Rot) chancenlos antrat. Sein Mitvorsitzender Seldte ließ sich von Hitler engagieren, auch Hugenberg schlug Duesterbergs Warnungen vor dem Nationalsozialismus in den Wind. Nach der Röhm-Affäre (30. 6. 34) vorübergehend im KZ Dachau inhaftiert, fand Duesterberg später zum Widerstandskreis um Goerdeler, überstand aber die Verfolgungen nach dem gescheiterten Juli-Attentat 44. Schrieb: "Der Stahlhelm und Hitler" (1949).