Theodor Fritsch

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Publizist

    geboren: 28. Oktober 1852 Wiesenena bei Delitzsch gestorben: 8. September 1933 Gautzsch bei Leipzig


    ursprünglich Müller; 1924 kurzzeitig nationalsozialistisches MdR. Fritsch begann seine antisemitische "Karriere" zunächst aus sozialen Motiven im Kampf um die Erhaltung des mittelständischen Handwerks gegen den Sog der Industrialisierung. Aus dem Neid-Antisemitismus angesichts des "jüdischen Kapitals" wurde Rasseantisemitismus, den Fritsch in seiner seit 1902 erscheinenden Zeitschrift "Hammer" mit antikirchlichen und gegen die Freimaurerei gerichteten Thesen verband. Er wurde damit zum Nestor der völkischen Bewegung und für die Nationalsozialisten zu einer Kultfigur mit seinem "Antisemitischen Catechismus" (1887), der später "Handbuch der Judenfrage" hieß und den Eckart 1920 "unser ganzes geistiges Rüstzeug" nannte.