Theodor Oberländer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 1. Mai 1905 Meiningen gestorben: 4. Mai 1998 Bonn


    Studium der Agrarwissenschaften und Volkswirtschaft, Professor in Danzig, Königsberg, Greifswald und Prag, Hauptforschungsgebiet: osteuropäische Wirtschaft. Seit 1933 in der NSDAP, war Oberländer 1939-45 Reichsführer des Bundes Deutscher Osten. Nach dem Krieg war er Mitbegründer und Bundesvorsitzender des Gesamtdeutschen Blocks/BHE, trat aber 1956 zur CDU über. Als Bundesvertriebenenminister trat er 1960 zurück wegen des Vorwurfs, er habe als Offizier der deutsch-ukrainischen Einheit "Nachtigall" im Herbst 41 in der Sowjetunion an Erschießungen von Juden und Polen teilgenommen. Das diesbezügliche strafrechtliche Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft Bonn allerdings eingestellt. In der DDR wurde Oberländer vom Obersten Gerichtshof in Abwesenheit zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Der "Fall Oberländer" führte seinerzeit in der Öffentlichkeit zu heftigen Kontroversen, die erneut aufflammten, als Oberländer 1963 wieder für den Bundestag kandidierte.